Wir sind früh aufgestanden, um zum Kuang Si Wasserfall zu fahren, ca. 1h entfernt. Die offiziellen Touranbieter fahren erst ab 9 Uhr, also haben wir einen privaten Fahrer engagiert für 7 Uhr übers Hotel. Normalerweise klappt das, meist ist der Fahrer 10min früher da. Um 7.10 Uhr war noch immer niemand da, der Hotelmanager hat laufend hinterhertelefoniert. Wir wollten ja zum Fotografieren hin und früh dort sein. Um 7.20 Uhr kam dann der Fahrer.
Die Asiaten sind normalerweise nie laut – man verliert da sein Gesicht. Aber da hats eine laotische Ansprache an den Fahrer gegeben… wir haben nix verstanden, aber der Tonfall war aussagekräftig genug. Aber hola… unser Hotelmanager ist so ein lieber, netter und höflicher Mensch, das hätten wir gar nicht gedacht, dass ein Laote so deutlich sein kann.
Toller Wasserfall, einer der schönsten, die wir je gesehen haben! Das Wasser läuft in viele türkisfarbene Becken, sehr idyllisch!


Auf dem Rückweg haben wir noch an einer Büffelfarm Halt gemacht – hier haben Amerikaner und Australier eine Firma bzw. Sozialprojekt aufgezogen. Den Bauern hier ist Milch total unbekannt, auch Käse und Joghurt kannten sie nicht, es hat schlicht keine Tradition. Hier ‚mieten‘ die Helfer die Tiere 2 Monate vor und nach der Geburt des Kalbes, um die Büffel zu melken und stellen Eis, Yoghurt, Mozarella etc her. Das Kalb bleibt immer bei der Mutter. Die Bauern erhalten 100 USD pro Tier Miete und erhalten ein geimpftes und gut genährtes Tier wieder zurück. Am Anfang waren die Bedenken groß, man dachte, das Tier wird vielleicht geschlachtet. Schließlich ist der Wasserbüffel quasi die Lebensversicherung von 1200 USD, wenn mal was passiert und man ins Krankenhaus muss oder das Kind in die weiterführende Schule.
Aber jetzt hat sich das etabliert – die Bauern erhalten hier Schulungen zu Krankheiten und Impfungen, die Schulkinder Englischunterricht, das Krankenhaus proteinreiche Nahrung für die Kinder, die Umgebung kauft Mozzarella , Eis und Yoghurt für die Touristen, die Büffelnachkommen sind gesünder, da keine Inzucht mehr im erweiterten Genpool mit mehreren Zuchtbüffeln, viele Laoten haben Arbeitsplätze – es werden hier genauso viele Frauen wie Männer beschäftigt, auch darauf wird geachtet – unglaublich tolles Projekt! Die Japaner würden gerne 2t Produkte kaufen, aber das gibt die Farm noch nicht her. Wir bekamen eine private Führung von einer Deutschen, die hier gerade ein 3wöchiges Volontariat macht und mit ihrem Mann auf Tour mit dem Fahrrad ist.
Toll war auch die Sunset Cruise auf dem Mekong. 1h auf dem Mekong rauf- und runterfahren – sehr idyllisch. Auf dem anderen Mekong Ufer sind die Leute arme Fischer oder Bauern mit bisschen Gemüsegarten vor der Hütte – ziemlicher Gegensatz zu Luang Prabang und das eigentliche Laos.

Was uns auch unbekannt war – Laos wurde im Vietnamkrieg 1964 bis 1973 von Bomben überschüttet. Wir waren im UXO Museum (unexploded ordnances). 9 Jahre lang alle 8 Minuten eine Bombe! Es wurden mehr Bomben als im 2. Weltkrieg hier abgeworfen, meist Streubomben. Gemessen an der Bevölkerung ist Laos das am stärkten bombardierte Land der Welt. War uns komplett unbekannt. Grund für die Amerikaner war wohl das Abschneiden der Zugangswege für die Vietcong Kämpfer. Da bombardiert man einfach das Nachbarland. Ein Drittel ist nicht explodiert und schlummert noch immer im Boden. Unfassbar! Noch heute werden jährlich Kinder verstümmelt, die mit etwas spielen oder Bauern, die ihr Feld umpflügen.

Hier ein relativ aktueller Artikel aus der Schweiz:
https://www.annabelle.ch/leben/gesellschaft/bombenr%C3%A4umerinnen-laos-49269
Morgen geht’s weiter nach Kambodscha. Für Tubing in Vang Vieng sind wir definitiv zu alt 😊 (auf dem LKW Reifen mit viel Alkohol begleitet von Technobässen den Mekong runterfahren).
Wir werden unser Bamboo Garden Restaurant vermissen, mit einer sehr engagierten Köchin. Sie hat lange im Hotel gearbeitet und dann im Hof ihres Elternhauses ein kleines Restaurant aufgemacht mit zuerst 3 Tischen. Das war so erfolgreich, heute hat sie 10 Tische im Hof und kocht alles auf 2 Flammen mit dem Wok! Super lecker! 2 Mädchen aus den Bergdörfern wohnen und arbeiten jetzt bei ihr, haben kochen und Englisch gelernt fürs spätere Leben und vielleicht ein eigenes Business. Tolle Frau!
Luang Prabang ist definitiv eine der schönsten Städte Südostasiens – Laos ist ein so tolles Land, die Leute hier sind uns echt ans Herz gewachsen, wir hatten eine superschöne Zeit hier.
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