Phnom Penh

Phnom Penh ist keine schöne Stadt. Es ist aber eine ehrliche Stadt. Nichts ist für Touristen speziell aufgemotzt, es ist eben so wie man hier lebt – mit chaotischem Verkehr, Obdachlosen und Müllhalden auf der einen Seite und Mercedes S Klasse oder Porsche Cayenne auf der anderen Seite – die ganze Bandbreite incl. Königspalast und Promenade.

Königspalast
Central Market – ein Art Deco Gebäude

Ein Problem ist die Kriminalität -Bag snatching vom Moped aus ist weit verbreitet, also das Entreißen der Taschen. Wir waren mit Rucksack unterwegs und hatten die Sachen im TukTuk mit Karabiner fixiert. Bei Einbruch der Dunkelheit ist man sowieso besser mit dem TukTuk unterwegs und lässt sich chauffieren – gottseidank gibt es hier Grab, den Fahrdienst per App. Grab verwendet meist die italienischen Dreirad-Motorräder. Die fahren hier mit Flüssiggas, das ist echt ein Segen, die Abgase sind erträglich.

Mit dem Grab Taxi unterwegs

Kambodscha’s Währung ist der Khmer Riel. Während des Regimes der Roten Khmer war das Geld abgeschafft. Und auch heute fristet der Riel ein Nischendasein. Alle Preise sind in US Dollar angeschrieben. Das kennen wir auch aus anderen Ländern, die eine hohe Inflation haben. Nur hier gibt’s am Geldautomaten auch nur US Dollars. Das ist irgendwie seltsam so ohne eigene Währung – hier kommen auch 100 USD Scheine und 50 USD Scheine zum Einsatz aus dem Geldautomaten. In den USA gibt’s praktisch nur maximal 20 USD Scheine und kleiner, alles wird mit Kreditkarte bezahlt. Und ausgerechnet hier habe ich immer wieder den 100 USD Schein und weiß manchmal nicht, wo ich den einsetzen soll. So als ob man zuhause im Supermarkt mit einem 500 EUR Schein zahlt… immerhin hats geklappt.

Manchmal gibt’s aber auch Probleme – der nächste 100 USD Schein, der aus dem Automat kam, hatte einen kleinen Riss und wurde prompt nicht akzeptiert. Erst im Museum konnte ich nach Zureden damit bezahlen, weil ich auch vorgab, kein anderes Geld zu haben. Und der dritte war heute erst nach Managers Approval im Supermarkt einsetzbar, die Kassiererin hatte einen kleinen Fleck entdeckt. Das ist echt ein Lotteriespiel – einen haben wir noch.

Gegessen haben wir hier sehr gerne bei Davids homemade noodels – es ist eine echte Show, wie er die Nudeln macht. Nach ordentlich Schwingen und drehen fallen sie regelrecht in Spaghettis auseinander- toll!

Es fehlt trotzdem die Herzlichkeit der Thais und der Laoten – irgendwie sind die Kambodschaner nüchterner und ticken anders. Ist vielleicht auch kein Wunder bei der Vorgeschichte im Land. Neulich im Tuol Sleng Museum an der Kasse hatte ich was nicht verstanden und bin schlicht angeranzt worden – ist mir in Asien noch nicht passiert. Und manchmal wird man schlicht abgezockt – aber ordentlich, nicht spitzbübisch. Ok, abhaken und als Lebenserfahrung verbuchen.

Neulich wurde mir veritabel schlecht und es lag nicht am Essen – am Nachbartisch saß eine blutjunge Kambodschanerin, hatte fertig gegessen, vielleicht knapp 18 Jahre alt, kann man schwer schätzen. Nach ein paar Minuten kam ihr Begleiter an den Tisch zurück – ein über 60jähriger Tourist, ein echt ekliger Typ. Pädophilie und Prostitution sind hier echt ein Problem. In unser Hotel darf man keine Kinder bringen, wenn es nicht die eigenen sind. Schlimm genug, dass man das als Regel aufstellen muss.

Wir wollten eigentlich noch ans Meer fahren und hatten Sihanoukville oder Koh Rong im Visier – allerdings war unser Reiseführer etwas älter oder die Zeit dreht sich hier schneller. Die Chinesen haben Sihanoukville übernommen – es war keine Investition, sondern eine Invasion. Es gibt jetzt dort mehr als 100 chinesische Casinos, quasi ein neues Macau. Glücksspiel ist in China nicht erlaubt, dann baut man Casinos halt im Nachbarland. Und die Chinesen bringen alle Arbeitskräfte incl. chinesischer Mafia mit – die Kambodschaner haben das Nachsehen, es sei denn, sie sprechen Mandarin.

Also umdisponiert – wir fahren morgen mit einem privaten Fahrer zur thailändischen Grenze Cham Yeam und erwischen dann hoffentlich einen Bus nach Trat. Am Folgetag solls dann weitergehen auf die thailändische Insel Koh Chang – erst mal relaxen.

Mehr Bilder gibts wie immer hier

https://martin-stoffels.de/sabbaticaltrip

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