Boah, wo anfangen? Myanmar hat echt etwas Cooles an sich: bisschen Südostasien, bisschen Indien und ganz viel eigener Stil! Es ist ein Land der Superlative: die Pagode mit dem größten Buch der Welt, die längste Teakholzbrücke der Welt usw. Und die Pagoden sind in der Tat atemberaubend.
Die Welt ist ein Dorf: in den meisten Ländern orientiert man sich nach Westen. Leute tragen Jeans und T-Shirts, es gibt Starbucks und McDonalds, westliche Werbung. Myanmar hat davon fast noch nichts. Bin mir nicht sicher, ob das so bleibt, aber aktuell ist das einfach spannend! Auf jeden Fall hat man sich bislang kulturelle Identität bewahrt! Diese liegt im Wesentlichen an 2 Dingen: Tharnaka und Longyi (spricht sich longtschi).
Als erstes aufgefallen sind uns die Gesichter, die mit Tharnaka Paste verziert sind. Tharnaka Paste wird aus der Rinde eines Baumes gewonnen, die Rinde wird gerieben und mit Wasser zu einer Paste vermengt. Das tragen vor allem Frauen, aber auch junge Männer. Die Creme ist quasi Make up – burmesisches Make up. Sonnenschutz und Verzierung in einem. Das hat schon was Eigenes und haben wir in dieser Menge so noch nicht gesehen. Manchmal aufgetragen wie Rouge, manchmal wie Kriegsbemalung.





Wir saßen einfach eine Weile am Tempel und haben einfach die Leute beobachtet: wie Kino, ganz toll! Wir waren geflasht!
Der Longyi ist ein Tuch, quasi eine Art Stoffschlauch, der von Frauen und Männern getragen wird. Die Wickeltechnik ist bisschen anders, Männer binden ihn vorne, Frauen an der Seite. Und natürlich sind die Muster andere: Frauen tragen buntere, Männer gedecktere Farben.
In anderen Ländern sieht man das auch, z.B. in Bali. Aber da nur, wenn eine Zeremonie stattfindet, weniger im Alltag. Hier trägt man Longyi überall und jeden Tag. Frauen sowieso und Männer in der Regel auch. Einfach viele – Taxifahrer, Busfahrer, im Restaurant, man sieht ihn überall. Natürlich auch Jeans und T-Shirts, klar, aber eben sehr viele tragen Longyi. Toll!
Und die Leute sind so herzlich! Das Land öffnet sich nach vielen Jahren Militärjunta, das merkt man. Es ist ein Vielvölkerstaat, nach den Gesichtern zu urteilen: manche eher chinesische Züge, manche sind Hmong (ein Volk, das auch in Thailand und Laos zuhause ist) und manche haben eher indische Vorfahren. Probleme, die es zwischen Rohinya und Zentralregierung gibt und gab, gingen ja durch die Presse. Grenzgebiete sind definitiv zu meiden.
Jedenfalls ein richtig spannendes Land!
P.S. Wenn die Blogposts bisschen geballt kommen, dann liegt das am WLAN, das nur manchmal funktioniert…dafür funktionieren aber mobile Daten ziemlich gut.





