Mandalay nach Bagan

Wir fahren mit dem Boot auf dem Fluss nach Bagan. Die Tour geht von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang und ist wirklich schön!

Bagan war früher Königsstadt und ist eine der bedeutendsten Stätten in Myanmar. Und natürlich Unesco Welterbe. 2000 Pagoden und Tempel sind hier noch erhalten.

Abholung war um 5.30 Uhr – das war hart – , dann bringt uns der Fahrer zu einem Pier. Na ja, Pier kann man das eigentlich nicht nennen. Es war einfach eine Anlegestelle, man läuft den sandigen Abhang runter und dann geht’s über eine Planke (das war wackelig) ins Boot. Gottseidank waren da Träger, die gegen ein Trinkgeld das Gepäck den Hang runter und über die Planke ins Boot getragen haben.

Ablegen war dann um 6.30 Uhr zum Sonnenaufgang.

Gegen 10 Uhr wurde ein Stop an einem Dorf eingelegt. Die Bewohner leben hauptsächlich von Landwirtschaft (Erdnüsse, Mais, Reis, eine Art Zucchini, Getreide…). Eine Familie stellt Strohhüte her.

So sehen Erdnüsse aus… wachsen unter der Erde wie Kartoffeln

Das Stroh für die Hüte wird erst geflochten und dann wird das Band vernäht.

Herstellung eines Strohbandes… alles Handarbeit

Zwei Männer saßen an der Nähmaschine, das war quasi die Produktionshalle…

… dann wird das Band vernäht zu einem Hut

Diese Familie hatte ein Holzhaus, also bescheidenen Wohnstand – und eine Sat Antenne fürs Fernsehen, v.a. Fußball in der englischen Premier League und der Bundesliga! Hier kennt man alle Vereine!

Familie mit Wohlstand im Holzhaus
Diese Familie hat eine einfache Hütte und bisschen Vieh
Reis wird von Hand in Büscheln geerntet und auch von Hand gedroschen

Viele andere hatten einfachste Hütten. Ein sehr bescheidenes Leben. Wir wurden vorher auf dem Boot instruiert, bloß keine Geschenke oder Geld zu verteilen. Die Bootsgesellschaft hat den Bewohnern diverse Teakholzmöbel spendiert und die Strohhutproduzenten profitieren natürlich vom Direktverkauf an Touristen. Ein Hut kostet übrigens 3000 Kyat (1,80 EUR), der große 5000 Kyat (3 EUR). Den hätte ich mir gerne zuhause an die Wand gehängt… es hab auch schöne Körbe…ich hätte gerne eingekauft, aber wohin damit in den nächsten 4 Monaten…aber toller Ausflug und sehr lehrreich.

Bauer
So einen Hut hätte ich gerne gekauft!

Frühstück und Mittagessen gibt’s auf dem Boot.

Eine schöne Fahrt, man sitzt in der Kabine oder auf dem Sonnendeck und lässt die Landschaft an sich vorbeiziehen. Und sieht in jedem Dorf goldene Pagoden, sei es noch so klein oder einfach.

Und wir haben gelernt, was man mit einem Longyi alles machen kann und wie man ihn so trägt. Ist wirklich für alles gut – in der Stadt, auf dem Feld, beim Sport, beim Baden, als Kindertrage, als Rucksack….

Drei Tragevarianten… in der Stadt, zum Sport und auf dem Feld
…und so trägt Mann dann das Handy im Longyi

Und natürlich wie man die Tharnaka Paste herstellt und aufträgt…

… ich werde noch Flusskreuzfahrtfan, trotz Bootphobie 😉

Wir übernachten in Nyaung-U, einer kleinen ,Stadt‘ mit Flughafen, 4km von Bagan entfernt. Ich hab erst überlegt, wollen wir in der Stadt übernachten oder in Neu-Bagan, das ist bisschen kleiner. Aber ‚Stadt‘ ist ein relativer Begriff: nur die Hauptstraße ist geteert (mit ordentlichen Schlaglöchern), Gehwege und Nebenstraßen nicht. Die Zufahrt zu unserem Hotel ist z.B. nicht befestigt, da rumpelt man über die Piste. Es ist eine Ansammlung von kleinen Häusern, Hotels, Restaurants und alle Services, die man so braucht: Wäscherei, Souvenirs usw. Überraschend klein und angenehm. Wenn das eine Stadt ist, dann ist Weissach eine Mega-Metropole – nur ohne Flughafen  😉

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