Und wieder in den Flieger, diesmal nach Yangon oder Rangun.
Wieder zum kleinen Flughafen nach Heho, einchecken, Gepäck abgeben, Sicherheitschecks, das Übliche… und dann: sind da Messer im Handgepäck? Tatsächlich, ich habe meine Böker Picknickmesser im kleinen Rucksack vergessen. Sch…
Die Böker Messer begleiten uns auf jeder Reise – seit 1988, als ich sie von Judith geschenkt bekam, habe ich sie immer dabei. Für diese Reise habe ich 2 neue angeschafft, die besser in der Hülle bleiben, aber leider nicht mehr so gute Messer haben wie die alten. Aber ohne Böker … geht nicht.
Der Security Mann frägt nach Bordkarte, schaut sie an und nimmt das Picknickbesteck an sich. Ich soll mitkommen… dann laufen wir auf das Rollfeld, suchen den Gepäckwagen, die Helfer laden das Gepäck vom Hänger um, ich suche mein Eincheckgepäck, packe die Messer in meinen Rucksacktrolley rein und wieder zurück zum Gate. Ich liebe die Burmesen für so viel Pragmatismus! Auf einem normalen Flughafen wären die Messer jetzt in der Tonne gelandet, weil ich sie im Tran morgens schlicht im Handgepäck vergessen habe. Und hier laufe ich mit dem Securitymann übers Rollfeld und pack die Messer weg.

Yangoon ist eine 6 Mio Metropole und eindeutig westlicher als Mandalay. Schon bei der Einfahrt vom Flughafen in die Stadt sehen wir westliche Einkaufsmalls. Wir wohnen in Chinatown – unser Hotel ist ziemlich schick und hat neu aufgemacht, der Rest des Viertels ist aber überhaupt nicht touristisch, sondern original Chinatown- / Hafenstyle und entsprechend verratzt und versifft. Überall wird Betel gekaut und wieder ausgespuckt. Irgendwann hab ich den Rotz noch am Fuß hängen.



Interessant ist aber so eine absolut untouristische Ecke schon, wenn mans mag. Vorne an der Straße werden fette, 3cm dicke Maden verkauft – die sehen aus wie frittierte kleine Teigrollen, erst beim näheren Hinsehen sahen wir, dass sie sich bewegen… naja, wer’s verträgt. Die werden nicht nur roh, sondern auch lebendig gegessen …die Chinesen sind da schmerzfrei. Die Dinger sind groß… seht selbst, wenn ihr mögt, das Video hab ich auf youtube gefunden.
Am zweiten Tag fahren wir zum Chaukhtatgyi Tempel mit dem liegenden Buddha


und wollten danach eigentlich bisschen durch die Stadt laufen – und landen prompt nach 50m mitten im Slum. Martin wollte weiter, fand das ‚authentisch‘, da war bei mir aber Feierabend. Dann wieder zurück, Grab Taxi besorgt und weiter mit dem Taxi an den See… um dann festzustellen, der ist umgekippt und stinkt auch. Diese Stadt macht es mir schwer. Mir fehlen die herzlichen Burmesen – um unser Hotel herum sind sie nicht – außer in unserem Esslokal Smile Curry House mit eher japanischer Küche – und schöne Ecken finde ich keine. Hier strecke ich die Segel und bleibe den Rest des Tages im Hotel – die Stadt ist mir zu dreckig und zu versifft, authentisch hin oder her, ist mir grad egal – Martin zieht alleine los.
Die Taxifahrer sind hier auch eher vom Typus ‚schnoddrig‘. In Mandalay hatten wir auch Grab Taxis bestellt, da wollten die Taxifahrer uns das aufgerundete Trinkgeld rausgeben! Hab ich noch NIE, NIEMALS erlebt! Und in Mandalay gleich mehrfach. Und als wir bedeutet haben, ‚stimmt so‘, da war die Freude groß. Und in Yangon wird das Trinkgeld nicht mal zur Kenntnis genommen.
Es gibt natürlich auch tolle Ecken hier. Die Shwedagon Pagode ist natürlich das Highlight in Yangon – an dieser Pagode waren wir am Heiligabend. Die Pagode ist RIESIG, 98m hoch und komplett mit Blattgold überzogen, viele kleine Pagoden dabei und unzählige Buddhas. Das ist ein bedeutender Wallfahrts- und Pilgerort, es waren auch Gruppen hier, die sich für Dienste angemeldet hatten. Dienste wie z.B. den Boden rund um die Pagode kehren oder wischen und dann im Gegenzug die vielen Lichter anzuzünden. Eine tolle Stimmung für Heiligabend!





Auch wenn Yangon nicht meine Lieblingsstadt ist… die Burmesen haben sich in unser Herz geschossen – bääm – und umgehauen! Was für tolle Menschen hier! Wir werden die Entwicklung des Landes weiterverfolgen.
Am 1. Weihnachtsfeiertag gings dann weiter nach Singapur für insgesamt 8 Tage.
Und wer noch die tollen Bilder aus Myanmar und anderen Ländern sehen will… hier der link:





