Rückblick auf Monat 2 noch mitten in Singapur – was war denn so los und was ist denn so hängengeblieben – alles subjektiv!
Luxus ist relativ
Nach sieben Wochen in Asien, jeden Morgen Hotelfrühstück, ist eine Appartmentküche der wahre Luxus! Mal wieder ein Müsli essen. Und das Wasser aus der Leitung ist auch ok in Singapur. Und schon wenn die abgegebene Wäsche gewaschen und ohne Verluste wiederkommt, löst das Glücksgefühle aus. Es braucht ganz wenig für Glück. Aber Trinkwasser aus der Leitung gehört schon auch dazu.
Müll
Wir tragen ja selbst dazu bei! Zuhause trinken wir Leitungswasser – hier fällt mir erst mal auf wie viel Müll das ist, wenn man Trinkwasser in Flaschen kaufen muss. Was für ein Privileg, dass zuhause Trinkwasser einfach so aus der Leitung kommt!
In Kambodscha ist der Müll ein Riesenproblem und überall. Wir sind insgesamt 13h durchs Land gefahren – es gab kaum einen nicht vermüllten Streifen an der Straße. Der Wind trägt es weiter und dann bleibts halt im Busch hängen – scheint niemanden zu stören. Wenns zu viel wird, dann verbrennt man es halt am Straßenrand wie in Siem Reap, egal ob Plastik dabei ist. Stuttgarter Neckartor ist dagegen ein Luftkurort! In Thailand wieder zurück über die Grenze ist uns aufgefallen, wie sauber es da ist. Kambodscha ist von der Infrastruktur einfach noch nicht so weit. In Myanmar ist das zwar besser geregelt mit dem Müll, aber Wasser aus der Leitung ist auch zum Zähneputzen nicht ok.
Verluste
Ist leider einer zu beklagen: Martin hat sein nopixgo Mückenarmband verloren. Dass der Verschluß nicht optimal ist, das hatten wir der Firma bereits zurückgemeldet. Jetzt ist das Band tatsächlich verloren gegangen. Schade drum! Ansonsten toi, toi, toi – der Pacsafe macht seine Arbeit gut.
In Singapur haben wir auch ein paar Teile, die durch Verschleiß gelitten haben, ersetzt. Die Stadt ist ein Einkaufsparadies, shopping muss hier ein Nationalsport sein 😊
Technik
Deutschland ist ein Entwicklungsland in Sachen Digitalisierung, das fällt uns hier so richtig auf. Singapur beamt sich mit Karacho in die Digitalisierung. Und China überrollt alles – wir merken das in Deutschland nicht so, weil wir so weit weg sind. Aber die Chinesen überholen uns rechts und links mit Volldampf, egal, ob wir das gut finden oder nicht. Während in Deutschland diskutiert wird, haben die hier in Asien schon alles umgesetzt und setzen neue Standards.
Wir hatten keine Einreisen in die verschiedenen Länder, ohne dass Fingerabdrücke oder Fotos genommen wurden – in jedem Land war das so. Und mobile Daten überall. Die Marktfrau in lokaler Tracht am Ende der Welt hat ein Smartphone und bedient es.
Und die Singapuraner würden unsere Debatte um Bonpflicht beim Bäcker überhaupt nicht verstehen. Hier kann man an der kleinsten Bude mit GrabPay oder Ähnlichem online bezahlen. Code einscannen und dann dem Händler online den Betrag rüberschieben. Und dann gibt’s den Beleg als E-Receipt aufs Handy per Email. Nix Papier. Gemessen an dem Standard hier, sind wir Deutsche, was Bezahlmöglichkeiten angeht, auf dem Stand ‚Postkutsche‘ – aus dem vorletzten Jahrhundert.
Meide Reisegruppen
Wenn wir eines gelernt haben, dann das: meide Reisegruppen. Und es ist egal welche Nationalität. Russen machen Ärger in Thailand, wenns schon morgens mit Alkohol los geht. Deutsche müffeln rum in Laos und stänkern. Und Chinesen sind ziemlich mitteilungsbedürftig und laut in der Gruppe, gerne auch morgens um 5 Uhr bei der Abreise im Hotel. Ist dann halt Pech, wenn man eigentlich an dem Tag ausschlafen wollte und dann alle rücksichtslos über den Gang schreien. Und ansonsten muss man halt die Ellenbogen ausfahren, wenn es um Verteidigung seines Platzes zum Fotografieren geht. Oder man zuerst in der Schlange anstand und sich jemand frech vordrängt. Manche Chinesen sind da ziemlich ruppig, während Japaner und andere Asiaten sich da ganz höflich zurücknehmen und im Zweifel die Chinesen vorlassen.
Einzeln sind alle wunderbar – also versuchen wir dem Pulk in Busmenge aus dem Weg zu gehen und wenn möglich andere (kleinere) Hotels zu buchen.
Die Kombination der Reiseländer ist gut
Nach 7 Wochen in manchmal nicht so entwickelten Ecken in Asien freuen wir uns jetzt auf ein bisschen mehr ‚westlicher‘ Standard (klingt surreal im Osten). Nach Singapur gibt’s einen Stopover in Brisbane für 10 Tage, dann geht’s weiter nach Neuseeland für 5 Wochen. Aber dann wieder nach Asien, diesmal Vietnam – 26 Jahre nach unserer ersten Reise dorthin sind wir mal gespannt, wie das Land sich verändert hat.
Ansonsten sind wir fit und nicht reisemüde und freuen uns auf neue Abenteuer! Erst ein Drittel rum und schon soooo viel erlebt! Der Wahnsinn!
P.S. Der Blog hat über 4.400 Seitenaufrufe. Unglaublich.
