Te Anau & Milford Sound

Unsere nächste Station ist Te Anau – nettes Städtchen am See, Ausgangspunkt zum Milford Sound, wo wir übernachten. Der Milford Fjord ist die Hauptattraktion in Neuseeland. Die Anzahl der chinesischen und japanischen Touristen nimmt deutlich zu – die sind hier verblüffenderweise auch mit dem Camper unterwegs und/oder tagelang auf einer Wanderung. Also nicht nur mit dem Bus vorbeifahren, sondern richtig mitten drin. Und von Kopf bis Fuß in Schöffel und anderen Goretex Klamotten gekleidet, also richtig outdoormäßig vorbereitet, im Gegensatz zu uns.

Te Anau – Blick auf den See von unserem Platz aus
Takahe in der Bird Sanctuary in Te Anau… praktisch ausgestorben

Die gesamte Strecke – man braucht ca. 2.5h bis zum Milford Sound  – hat übrigens kein Funknetz. Keine Ahnung was passiert, wenn man eine Panne hat… es gibt ein Kartentelefon auf halber Strecke, das wars.

Eglinton View
Regenwald … so weit das Auge reicht

Wir stellen fest, dass wir direkt am Milford Sound keinen Stellplatz mehr bekommen werden (Hauptsaison!) und planen um – zuerst einen Teil der Strecke fahren und versuchen, auf einem freien Platz 50km vor dem Fjord unterzukommen – den kann man nicht buchen, es ist ein -first come, first serve -DOC Stellplatz mit Self-checkin, also müssen wir zeitig da sein.

Und haben dann Glück, am Folgetag wurde ein Platz direkt am Milford Sound storniert, den ich noch von Te Anau aus buchen kann (gibt ja kein Netz unterwegs…). Es gibt nur ganz wenige Stellplätze dort, nochmal Glück gehabt.

Unser 1. Platz am Cascade Creek – DOC Platz… einfach hinstellen, selber einchecken und Geld einwerfen

Also Anfahrt auf 2 Etappen. Die Strecke ist wirklich landschaftlich fantastisch, es ist schön, mit entsprechender Zeit hinzufahren. Aber – so schön die Landschaft ist, wir laufen nicht lange. Die Sandfliegen verfolgen uns, das ist eine Qual. Selbst mit langen Hosen und langen Ärmel…die Biester finden genau die Stelle am Knöchel oder am Handgelenk, das weder bedeckt noch mit Insektenschutz eingeschmiert ist. Zum ersten Mal kommt der Stichbrenner und danach Hydrocortison zum Einsatz, die Stiche jucken höllisch.

Selbst Sturmböen halten die Sandfliegen nicht ab. Den Nachbarn auf dem DOC Stellplatz hats das Zelt in den Bach geweht samt Schlafsack, so stark waren die Böen. Und die Sandfliegen lassen sich einfach mit dem Wind treiben…und landen, sobald wir auch nur einen Fuß aus der Tür setzen, trotz Böen.

Foto Stops auf dem Weg zum Milford Sound
Kea… ziemlich frech. Nicht füttern!

Am zweiten Tag dann direkt weiter zum Milford Sound – dort haben wir eine Fahrt mit dem Schiff für nachmittags gebucht. Das letzte Stück geht durch den Homer Tunnel – also wer sich seine Urlaubsfahrten nach den ADAC Tunnelsicherheitsrichtlinien aussucht, der muss echt zuhause bleiben… eine Röhre aus 1930er Jahren, dunkel, mit ordentlichem Gefälle, ohne Sicherheitskorridor oder so. Würde beim ADAC sicher die rote Karte kriegen…mit Abstand!

Homer Tunnel
Schmale, aber idyllische Straße zum Milford Sound

Leider verschlechtert sich das Wetter und Wolken ziehen auf, es fängt an zu regnen. Macht nix, ist auch so sehr eindrucksvoll. Norwegische Fjorde brauchen sich aber keinesfalls verstecken!

Milford Sound
…und der Wasserfall zum Nasswerden mit dem Boot

Hier ist die Kombination aus Fjordlandschaft und Regenwald wirklich toll. Auf unserer Fahrt sehen wir Delfine und Seelöwen.

Martin… mal nicht hinter der Kamera

Und freuen uns, dass wir das Wohnmobil am 2. Tag gerade ums Eck im Regenwald (buchstäblich! – es regnet und wir stehen im Wald) geparkt haben und nicht mehr fahren müssen.

Milford Sound Lodge Camping Platz im Regenwald

P.S. Kleine Randnotiz..In Asien wirft man das Klopapier in den Eimer daneben, das steht überall – damit die Toilette nicht verstopft. Hier muss man das den asiatischen Touristen anders herum erklären…

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