Cu Chi Tunnel & Kriegsopfermuseum

Wir fahren mit einer Tour zu den Cu Chi Tunneln. Die Partisanen Vietnamesen haben dort im Vietnamkrieg Tunnel angelegt und gegen die Amerikaner gekämpft.

Die Tour startet mit Verzögerung, unsere junge Tourleiterin holt uns erst mit 40min Verspätung am Hotel ab. Es ist ein voller Reisebus mit allen Nationalitäten.

Fahrt dauert 2h im Stau. Und erster Stopp an der Schiessanlage. Man glaubts nicht – im vollen Bus recken sich 3-4 zögernde Hände, die schießen wollen. Man muss aber 10 Patronen kaufen, die ordentlich teuer sind. Unsere Reiseleiterin macht ordentlich Werbung für den Schießstand, aber keiner will mehr. Und noch mehr Werbung … und wir fahren mit dem Bus hin… und es will immer noch keiner schießen. Wenigstens was! Die Tourleitung scheint ordentlich Provision zu bekommen, echt schlimm. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hätten wir sie auf den Mond schießen können.

In Cu Chi, gewissermassen vor den Toren Saigons, wurden diverse Tunnelsysteme angelegt. Zur Versorgung der Vietcong, es wurden dort unten auch Verletzte versorgt und operiert. Insgesamt wurden in Cu Chi 250km Tunnel angelegt! Teile der Tunnel kann man durchkriechen.

Uns reicht schon der erste Test-Tunnel mit erweitertem Eingang für Touristen – wir waren ja vor 26 Jahren schon mal in Vietnam, das ist ein absolut beklemmendes Gefühl, das kann man sich gar nicht vorstellen. Man kriecht auf allen vieren, es ist heiß, eng und stickig… und die Vietnamesen haben dort praktisch gewohnt im Krieg und sich versteckt auf mehreren Ebenen. Unglaublich.

Modell der Tunnel, angelegt auf mehreren Ebenen

Manche probieren auch den zweiten Tunnel, enger und vielleicht 10m Länge zu kriechen. Und beim dritten Tunnel sind es 51m Länge – haben wir damals gemacht – kenne ich noch, brauche ich nicht noch mal. Und tatsächlich sind die, die das gemacht haben, auch echt froh, wieder an der Luft zu sein.

Original Tunneleingang
…und weg. Es ist genauso eng wie es aussieht…

Es wurden auch die Fallenmodelle gezeigt, die für die Amerikaner angelegt wurden. Unfassbar schlimmer Tod. In der Nachbargruppe hören wir einen Amerikaner sprechen, dessen Vater in Vietnam im Krieg ums Leben kam und der selbst im Koreakrieg war. Da bekommt dieses Grauen nochmal ein Gesicht.

Sehr eindrücklich. Und es passt überhaupt nicht, dass die Vietnamesen bei dieser Tour einen Stop bei einer Schiessanlage anbieten, finde ich zumindest. Wenigstens hat sich unser Bus nicht beteiligt. Und wer schießen will, der soll ruhig ordentlich was dafür zahlen.

Am Folgetag waren wir im War Rememberance Museum – Kriegsopfer Museum.

Kriegsopfermuseum

Vietnamkrieg und seine Folgen. Agent Orange zur Entlaubung, Napalm- und Phosphorbomben, die Amerikaner haben hier echt gewütet. Wir sehen Bilder der Auswirkungen gemacht von diversen Kriegsfotografen aus aller Welt, Auswirkungen bis in die heutige Generation mit Missbildungen.

So sah der Dschungel aus nach Einsatz von Agent Orange – es war alles kaputt

Besonders schlimm sind die Bilder der Massaker an der Bevölkerung – Frauen und Kinder. Ein einziges Grauen. Folterungen und Stacheldrahtgefängnisse, sogenannte Tiger Cages, in der die Gefangenen wie Tiere liegend in der Sonne ausharren mussten.

Es ist aus Sicht der Vietnamesen dargestellt, was die Vietcong gemacht haben, das fehlt – aber diese Sicht sollte man sich schon ansehen. Es ist grauenvoll, aber ein wichtiges Museum.

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