Wir sind von Da Nang nach Hanoi geflogen. Eigentlich ständen neben Hanoi noch die Ha Long Bucht oder Nin Binh auf dem Programm. Aber als wir in Hanoi angekommen sind, überschlagen sich die Ereignisse.
Die Regierung hat alles geschlossen – Ha Long, Nin Binh, viele Museen, Märkte, Ho Chi Minh Mausoleum, Hoa Lo (Hanoi Hilton, das berüchtigte Gefängnis im Vietnamkrieg) etc.
Unser ursprünglich gebuchtes Hotel beherbergt Leute, die in Quarantäne sind oder waren – genauer wollte man uns das nicht sagen. Wir hatten ein Zimmer mit Balkon gebucht, das aber gerade belegt ist und man bietet uns ein anderes Zimmer an. Da wurde der Boden gerade mit Desinfektionsmittel besprüht…Oha, lieber nicht – Wir stornieren und machen uns auf die Suche nach einem neuen Quartier.
Wir finden ein richtig gutes schickes Hotel – das uns nur aufnimmt, weil wir schon 3 Wochen im Land sind und davor in Neuseeland waren. Also nachweislich nicht in Europa. In diesem Fall hätte es nicht mal geholfen, mehr Geld zu bezahlen. Es werden Leute abgewiesen, obwohl das Hotel nicht voll ist. Wir hören beim Frühstück amerikanisches Englisch. Andere Europäer scheinen hier nicht zu wohnen.
Und die Einschränkungen werden spürbar – die Einheimischen haben schlicht Angst. Schließlich kam das Virus – nach virusfreien Tagen und schon 5 Wochen (!!!) Schule zu im ganzen Land – über Europa wieder ins Land. Und davor waren es gerade mal 16 Fälle, aktuell sind es ca. 40 Fälle (die Hälfte sind britische Urlauber), während es bei uns in Europa schon Tausende sind). Auf Europäer ist man hier gerade nicht gut zu sprechen…
Ist einer infiziert, wird die gesamte Kette in Quarantäne gepackt. Also ein Fall im Flieger / Hotel / Bus / Taxi etc – und es geht 14 Tage in Quarantäne für alle, also den ganzen Flieger. Viele landen in den Kasernen, manche in Hotels, wenn sie Glück haben. Restaurants schließen. In Hanoi hat ein infiziertes britisches Paar viele Sehenswürdigkeiten besucht und es wurde mit Kameras ausgewertet, ob der Kartenverkäufer am Museum näheren Kontakt hatte. Wenn ja, Fremdquarantäne – wenn nein, häusliche Quarantäne. Aber in JEDEM FALL Quarantäne. Da sind die hier konsequent und unerbittlich, Zigtausende sind in Quarantäne, Urlauber und Einheimische.
Wenn wir ins unser Hotel kommen, dann hält man uns sofort die Tür auf. Ist aber nur, damit wir den Türgriff nicht anfassen, denn wenn wir drin sind, gibts erst mal Desinfektion für die Hände…
Aber – es gibt noch was anzusehen in Hanoi. Die Train Street bei uns ums Eck! Das ist so kurios! Die Häuser wurden immer näher an die Bahnstrecke gebaut… und wenn der Zug kommt, wird kurz alles weggeräumt. Der fährt wirklich total nah an einem vorbei, unglaublich.



An einer Stelle haben sich ein paar Cafes angesiedelt.






Das ist wirklich einzigartig hier!
Und sonst – falls überhaupt draußen unterwegs und nicht gerade im Restaurant – Masken aufziehen. Wurde von der Regierung so verordnet, da hält man sich hier besser dran. Immerhin gibt’s Desinfektionsmittel, Masken und Seife – im kommunistischen Vietnam hat man die Versorgung im Griff!
Aber – wir buchen den Flug um und kommen ein paar Tage früher. Solange die Grenzen noch offen sind und es noch Flüge nach Deutschland gibt … voll ins eigentliche Risikogebiet…
So schade… wir wären gerne weiter nach Seoul und Japan. Überhaupt nicht reisemüde nach dem Faulenzen in Hoi An…
Aber: was haben wir für ein Glück! Wir sind gesund und fit – und der Virus hätte auch zu Beginn der Reise auftreten können und nicht jetzt kurz vor Ende. Jetzt kommen wir halt bisschen früher und machen das Beste draus!
